Sind wurzelbehandelte Zähne eigentlich genau so lange haltbar, wie gesunde Zähne?

Eine der meist gestellten Patientenfragen aus der Sprechstunde:

„Sind wurzelbehandelte Zähne eigentlich genau so lange haltbar, wie gesunde Zähne, oder müssen diese Zähne sowieso früher oder später gezogen werden?“

Dr. van Tatenhove:

„Ein wurzelkanalbehandelter Zahn bleibt  nach erfolgreichem Behandlungsabschluß gründsätzlich genauso lange erhalten, wie ein gesunder, unbehandelter Zahn!“

Erläuterung:
Voraussetzung ist jedoch ein systematisches Behandlungskonzept, das sich auf den individuellen Infektionsgrad der Wurzelentzündung oder auch des umgebenen Kieferknochens einstellt.

„Die Wurzelentzündung ist grundsätzlich eine einfache bakterielle Infektion, die sich aber in einem sehr komplexen anatomischen System abspielt“

Mein Gedankenmodell des Straßenverkehrs:

Verglichen mit dem Straßenverkehr, existieren in der Zahnwurzel nur 20% zugängliche Hauptstraßen (Wurzelhauptkanäle) aber  80% nicht zugängliche bzw. erreichbare Nebenstraßen (Nebenkanäle, Wurzeldentin).
Die Erreichbarkeit und Desinfektion der Hauptstraßen stellt in der Regel technisch kein großes mehr dar, weil sich die technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Über die Erweiterung dieser Hauptstraßen gelangen wir erst zum volumenmäßigen ( 80%) Hauptinfektionsfeld: den für unsere Instrumente gar nich zugänglichen Nebenstraßen!

Der Behandlungserfolg ist aber genau an die indirekte Behandlung der Nebenstraßen (80% der Wurzelhohlraumes) gebunden. Ich führe dazu eine Langzeitdesinfektion der Nebenstraßen meiner Praxis durch, in dem strömungsaktive, desinfizierende Einlagen nach lange erprobten und bereits hinlänglich dokumentierten Behandlungsprotokollen in die Hauptstraßen eingelegt werden ( Dr. Rüdiger Osswald, München – Timbuktu).

„Der menschliche Organismus hat ein enormes Potenzial zur Selbstheilung, wenn es verfahrensmäßig gelingt, diese versteckten bakterielle Infektionen zu bekämpfen“.